Lautsprecherboxen


© Februar 2021, letzte Änderung am 16.03.21

Übersicht

Nachbau einer bekannten Lautsprecherbox

Motivation eine Lautsprecherbox selber zu bauen, gibt es viele.
Aufgrund des Fertigungsaufwandes, der Transportkosten (hoch wg. Gewicht und Empfindlichkeit), der Materialauswahl, etc. lässt sich viel Geld sparen bei den eigenen Aufbau (Arbeitszeit läuft unter Hobby)
Dem gegenüber stehen die eigenen Fertigkeiten
(z.B. keine perfekten Rundungen oder Hochglanzoberflächen)
und Möglichkeiten (z.B. Werkzeug, Messmittel)…

Wenn man gerne seine Lautsprecherbox selber bauen möchte und noch nicht so viel Erfahrung hat, ist es wahrscheinlich am Leichtesten und Erfolg versprechensten einfach eine nachzubauen. Dabei ist es nicht so wichtig, dass sie exakt gleich aufgebaut ist, sondern dass die Innenvolumen möglichst identisch sind.

Stella Light-Nachbau

Für mein Arbeitszimmer wollte ich ein paar Boxen haben, welche nicht dröhnen und bei kleiner Lautstärke und kleinen Preis möglichst gut klingen. Desweiteren, sollten sie hinter dem Schreibtisch neben den beiden Monitoren Platz finden.

Also habe ich erst einmal geguckt, was es so auf dem Markt für Boxen-Bau Vorschläge gibt und wie so der preisliche Rahmen ausfällt.

Dabei fiel mir auf, dass das Chassis des Breitbänders FRS 8 (ca. 15,-) sowohl in der Surround-Box visaton.de CT Effect 80 mit (0,85 x 0,85 x 1,68 = 1,21 dm3 = 1,21 l) alsauch in der 2 Wege-Box visaton.de Stella Light mit (0,82 x 0,45 x 1,81 = 0,668 l) verwendet wird.

Zur Ergänzung des Tieftonbereiches, wird unterhalb 200 Hz der Tieftöner W 170 S (ca. 45,-) eingesetzt, welcher in der Stella Light (0,82 x 2,42 x 8,62 - 0,82 x 0,59 x 2,0) = 16,14 l Bass-Relfex-Volumen benutzen darf.

Nun störte mich die Tiefe der Box von 280 mm und mein örtlicher Baumarkt kann nur Bretter mit mind. 100 mm Breite zuschneiden…
Aufgrund der niedrigen Frequenz von unterhalb 200 Hz für den Tieftöner, ist die Einbaulage eigentlich egal (330 m/s / 200 Hz = 1,65 m), da die Wellenlänge größer ist, als die gesamte Box. Dadurch ist folgende Idee entstanden, welche mir aber für diese günstigen Chassis zu aufwändig war…

Lautsprecher Idee

In den oberen geschlossenen Raum von ca. 3,6 l wäre Platz für Breitbänder und Verstärker.
Und in den unteren 16,3 l, kann der nach oben gerichtete Bass eingebaut werden.
Im Fußbereich wäre noch ein Schlitz, statt Bassreflexrohr, vorgesehen.

Realisiert habe ich letzendlich eine einfachere Lösung…

Stella Light 2 Nachbau

Die dafür erforderliche Stückliste, sieht wie folgt aus:

Anhand der Stückliste kann man schon erkennen,
dass es sich um eine Filter-lose Box handelt, welche ein sog. Bi-Amping erfordert.
Ansonsten, ist das Bassreflexrohr noch ein wenig gekürzt auf ca. 170 mm.
Und von den 10 gleichen Holzstücken sind zumindest 2 längst zersägt.

Für den FRS 8 Breitbänder habe ich einen Hohlraum geschaffen, indem das 210 x 100 x10 Brett ca. 36 mm von der Frontwand entfernt verleimt wird.
Somit ergibt sich ein Hohlraum von 210 x 36 x 100 = 0,76 l.
Sollte der Hohlraum zu gross sein, kann ich Ihn immer noch mit Holz ein wenig auffüllen.

Detailbild: Hohlraum für den FRS8

Detail FRS8 Kammer

Damit die Front- und Rückwand ein wenig gedämpft werden,
habe ich ein 210 x 100 x10 Brett hochkant etwa zwischen Hälfe 600 mm und Drittel 400 mm platziert.

Blick ins Innenleben

Um Maintenance zu ermöglichen, habe ca. alle 100 mm eine Spaxschraube zur Befestigung der Rückwand verwendet.

Da die Spaxschrauben in MDF nicht lange halten und zur weiteren Versteifung, habe ich noch eine ca. 10 mm Vierkantleiste angebracht.
Dort halten die Schrauben besser und die Fläche zum Abdichten ist grösser…

reale Box von Innen

Belegung der 5 poligen XLR-Buchse

Historie

Entstanden ist das Projekt auf einen der unzählig vollgeschmierten Briefumschlägen.

Nachdem die überschlagsmäßigen Volumina passten, überlegte ich mir welche Bretter ich benötige.
Beim Baumarkt angelangt, hatte man natürlich genau das nicht vorrätig.
Also passte ich das kurzerhand an und ließ das zuschneiden.

Zunächst habe ich die realen Lautsprecher vermessen und dann mit Zirkel und Lineal die Fronplatte angezeichnet.
Um mit der Laubsäge die Löscher für die Chassis sägen zu können, habe ich jeweils ein Loch gebohrt.

Die verbleibenden Unebenheiten habe ich mit einer Halbrundfeile beseitigt.
Höllenmschinen wie eine Oberfräse oder dergleichen, habe ich nicht benötigt.

Nun ein paar Jahre später, suchte ich mir die vernchlässigte Dokumentation zusammen und malte das kurzerhand in FreeCAD nach.
Dabei habe ich immer in einen Excelblatt die Koordinaten berechnet und danach in FreeCAD die addierenden oder subtrahierenden Elemente plaziert.

Anbei die lsp2wege.ods (Libre-Office) Datei und die lsp2wege.FCStd1 FreeCAD Zeichnung.

Zum Anfang